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Mercor: Erfahrungen, Bezahlung und Warnungen 2026

US-Plattform, die KI-Trainer-Jobs vermittelt – vom Einsteiger bis zum Fachexperten.
Mit Vorsicht

Mercor ist eine US-Plattform, die Freelancer an KI-Firmen vermittelt. Die Jobs reichen vom einfachen Beschriften von Daten bis zu Fachaufgaben in Medizin, Recht, Finanzen, Software und Sprachen. Bewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind ausdrücklich willkommen. Viele Bewertungen loben die gute Kommunikation und die pünktliche Bezahlung. Aber: 2026 steht Mercor wegen eines bestätigten Datenlecks und mehrerer Klagen stark in der Kritik. Das solltest du wissen, bevor du dich bewirbst.

Bezahlung

Wie viel du verdienst, hängt stark von der Rolle ab – die Spanne reicht grob von 15 bis 200 $ pro Stunde. Gut belegt ist: Wer deutsche KI-Antworten bewertet, bekommt laut Stellenanzeigen etwa 25–30 $ pro Stunde. Einzelne Anzeigen nennen auch 39–41 $. Einfaches Daten-Beschriften („Annotation") liegt nur bei 10–12 $. Wichtig: Die beworbenen 75–200+ $ pro Stunde sind ein Durchschnitt der ganzen Branche – nicht das, was Mercor selbst zahlt. Und das größte Problem ist ein anderes: Oft gibt es schlicht keine Aufgaben. Ein guter Stundensatz bringt dir nichts, wenn gerade keine Arbeit da ist – genau das berichten fast alle Worker.

Bewerbungs-Hürde

Die Auswahl ist streng. Zuerst führst du ein aufgezeichnetes Interview mit einer KI, dazu wird dein Lebenslauf geprüft. Für die deutsche Rolle musst du Muttersprachler sein und gut schreiben können. Danach folgt eine bezahlte Probearbeit von 6 Stunden – erst dann bekommst du echte Aufträge. Außerdem Pflicht: Du musst eine Überwachungs-Software („Insightful") installieren. Sie macht regelmäßig Bildschirmfotos und kann auf deine Kamera und dein Mikrofon zugreifen. Genau das kritisieren viele – und es ist Teil der laufenden Klagen.

Wird DACH akzeptiert?

Ja, ausdrücklich. Mercor sucht in einer eigenen Stellenanzeige gezielt Muttersprachler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zwei Stolperfallen gibt es trotzdem: Du bekommst keinen Arbeitsvertrag, sondern arbeitest als Freelancer und musst ein US-Steuerformular (W-8BEN) ausfüllen. Und das Geld geht nur an dich als Privatperson (über den Zahlungsdienst Stripe) – nicht an deine Firma. Wenn du ein Gewerbe mit Umsatzsteuer hast, ist das für deine Buchhaltung wichtig.

Klagen & Reputation

Deutliche Warnung. Gegen Mercor laufen Mitte 2026 mindestens 7 Sammelklagen in den USA. Der Auslöser: ein bestätigtes Datenleck, öffentlich gemacht am 31.03.2026. Dabei wurden rund 4 Terabyte Daten gestohlen – über 40.000 Bewerber und Worker sind betroffen. Geleakt wurden unter anderem Interview-Videos, Pass- und Führerschein-Scans und Gesichts-Scans. Dazu kommt der Vorwurf heimlicher Überwachung (Bildschirmfotos alle 30–60 Sekunden). Meta hat die Zusammenarbeit mit Mercor deshalb pausiert. Mercor bestreitet die Vorwürfe; Stand August 2026 ist vor Gericht nichts entschieden. Besonders heikel: Bei der Anmeldung musst du genau die sensiblen Ausweis- und Gesichtsdaten hochladen, die beim Leck gestohlen wurden.

Quellen: TechCrunch (31.03.2026) · Fortune (02.04.2026) · TechCrunch zur Meta-Pause (09.04.2026) · Kanzlei Hausfeld zur Klage · LegalClarity-Verfahrensübersicht.

Worker-Realität

Auf Glassdoor steht Mercor bei 4,0 von 5 Sternen. Bei Trustpilot wird es widersprüchlich: Dort gibt es zwei Profile derselben Firma. Unter mercor.io stehen 4,3 von 5 aus 677 Bewertungen. Unter mercor.com sind es nur 2,4 von 5 aus 6 Bewertungen (Stand September 2026). Der Unterschied hat einen Grund: Beim guten Profil hat Mercor ein bezahltes Trustpilot-Abo und lädt Nutzer aktiv zum Bewerten ein. Beim schlechten Profil nicht. Wir nennen dir beide Zahlen, damit du dir selbst ein Bild machst. Gelobt werden vor allem die vergleichsweise guten Stundensätze und die pünktliche Bezahlung. Die häufigste Kritik 2026 bleibt: Oft gibt es keine Aufgaben – Projekte werden ohne Vorwarnung pausiert oder gestoppt. Viele stören sich außerdem an der Pflicht-Überwachung mit Bildschirmfotos und Kamera-Zugriff. Dazu hängen Bewerbungen im Onboarding fest. Eine deutsche Bewerberin berichtete am 23.08.2026 von zwei Wochen in der Onboarding-Schleife. Sie sollte ihren Pass hochladen und hatte keinen menschlichen Ansprechpartner. Wenn Zahlungen ausbleiben, liegt das meist an einem falsch eingerichteten Stripe-Konto – nicht daran, dass Mercor systematisch nicht zahlt.

Unser Fazit (Mit Vorsicht): Mercor ist echt, nimmt DACH-Bewerber an und zahlt teils gut. Aber das bestätigte Datenleck, mindestens 7 Sammelklagen und die Pflicht-Überwachung sind ernste, aktuelle Risiken. Bewirb dich nur, wenn dir klar ist: Du musst sensible Ausweis- und Gesichtsdaten hochladen, und es gibt keine Garantie, dass genug Arbeit da ist.
Transparenzhinweis: Mercor hat ein offizielles Empfehlungsprogramm. Wer jemanden wirbt, bekommt 20 % von dessen Verdienst – gedeckelt auf das 4-Fache des Stundensatzes und nur, wenn die Person wirklich eingestellt wird und arbeitet (die Probearbeit zählt nicht). Über diesen Link erhalten wir eine Provision, wenn du eingestellt wirst und arbeitest. Das ändert nichts an deiner Bezahlung und nichts an unserer Bewertung – die Warnungen oben gelten unabhängig davon.

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Häufige Fragen zu Mercor

Nimmt Mercor Bewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an?
Ja. Mercor sucht sogar gezielt Muttersprachler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Beachte aber: Es gibt keinen Arbeitsvertrag, du brauchst ein US-Steuerformular (W-8BEN), und das Geld geht nur an dich als Privatperson über Stripe – nicht an eine Firma.
Wie viel verdient man bei Mercor?
Das hängt von der Rolle ab, grob 15–200 $ pro Stunde. Deutschsprachige Bewerter werden mit rund 25–30 $ pro Stunde gesucht (einzelne Anzeigen: 39–41 $). Einfaches Daten-Beschriften bringt nur etwa 10–12 $. Die beworbenen 75–200+ $ sind ein Wert für die ganze Branche, kein garantierter Mercor-Lohn. Das größte Problem im Alltag: Oft gibt es schlicht keine Aufgaben.
Ist Mercor seriös?
Mercor ist eine echte Plattform und zahlt in der Regel pünktlich. Bei Trustpilot gibt es zwei Profile derselben Firma: mercor.io steht bei 4,3 von 5 aus 677 Bewertungen, mercor.com bei 2,4 von 5 aus nur 6 (Stand September 2026). Der Unterschied hat einen Grund: Beim guten Profil hat Mercor ein bezahltes Trustpilot-Abo und lädt aktiv zum Bewerten ein, beim schlechten nicht. Die Kernkritik bleibt: keine Aufgaben, Pflicht-Überwachung und Bewerbungen, die wochenlang im Onboarding hängen. Aber Vorsicht: Mitte 2026 laufen mindestens 7 Sammelklagen wegen eines bestätigten Datenlecks (Pässe, Gesichts-Scans, über 40.000 Betroffene) und wegen heimlicher Überwachungs-Software. Meta hat die Zusammenarbeit deshalb pausiert. Kurz: Ja, Mercor zahlt – aber es gibt erhebliche Risiken für deine Daten.

Angaben Stand 14. September 2026, aus mind. 2 unabhängigen Quellen verifiziert, ohne Gewähr — Konditionen können sich ändern. Keine Rechts- oder Steuerberatung.